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In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass Ungarn deutlich mehr Investoren anzieht als andere L\u00e4nder der Region.<\/p>\n<p> Unter den rund 3000 deutschen Unternehmen die in Ungarn aktiv sind, finden sich neben gro\u00dfen Konzernen wie BMW, Allianz und der Rewe Group auch immer mehr mittelst\u00e4ndische und kleine Betriebe. Die Attraktivit\u00e4t Ungarns als Wirtschaftsstandort wird dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst.<\/p>\n<p><strong>Lage<\/strong><\/p>\n<p>Neben der ohnehin zentralen Lage im mittleren Osten der EU und der inzwischen sehr gut ausgebauten Infrastruktur ist Ungarn ein wichtiger Knotenpunkt mehrer Hauptverkehrsadern:<\/p>\n<ul>\n<li>von der Nordsee zum Schwarzen Meer \u00fcber die Wasserstra\u00dfe Rhein-Main-Donau<\/li>\n<li>von den H\u00e4fen der Adria nach Kiew und Moskau<\/li>\n<li>der Nord-S\u00fcd-Korridor vom Baltikum bis in die T\u00fcrkei und nach Griechenland<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Logistik<\/strong><\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der G\u00fcter wird dabei auf den knapp 2000 Kilometern Autobahn und Schnellstra\u00dfe &#8211; Ungarn besitzt europaweit die h\u00f6chste Autobahndichte &#8211; sowie dem rund 7700 km langen Schienennetz transportiert. Mit \u00fcber 20% der G\u00fcter auf der Schiene liegt Ungarn hier weit \u00fcber dem EU Durchschnitt.<\/p>\n<p>Daneben spielt die Schifffahrt eine nicht unerhebliche Rolle und auch die Luftfahrt gewinnt zunehmend an Bedeutung. So wurde der gr\u00f6\u00dfte Flughafen Ungarns, der Liszt-Ferenc Airport Budapest in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Mit mittlerweile knapp 15 Mio. Passagieren und \u00fcber 140.000 Tonnen Fracht j\u00e4hrlich (Stand 2018), z\u00e4hlt er zu den f\u00fchrenden Flugh\u00e4fen im Osten der EU.<\/p>\n<p><strong>Industrie<\/strong><\/p>\n<p>Die ungarische Wirtschaft ist gepr\u00e4gt durch verarbeitende Industrie. Dabei spielt insbesondere die Automobilindustrie eine gro\u00dfe Rolle. In den letzten Jahren wurden immer mehr Werke gro\u00dfer internationaler Automobilhersteller er\u00f6ffnet oder ausgebaut. Unter anderem Mercedes, BMW und Opel nebst Zulieferern wie Bosch und Knorr-Bremse setzen auf den Produktionsstandort Ungarn.<\/p>\n<p>Weitere gro\u00dfe Industriezweige sind die Elektroindustrie, die pharmazeutische Industrie und Medizintechnik, der IKT-Sektor mit vielen Shared Service Centern wie z.B. Call Centern, sowie die Nahrungsmittelindustrie. Tourismus spielt vorwiegend in Budapest, sowie am Balaton eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Im ungarischen Bildungssystem wird vermehrt auf Fremdsprachen und Weiterbildungen gesetzt, so dass es auf dem Arbeitsmarkt viele international wettbewerbsf\u00e4hige Fachkr\u00e4fte gibt. Die Sprachkenntnisse sind bei der j\u00fcngeren Bev\u00f6lkerung deutlich besser als bei der \u00e4lteren Bev\u00f6lkerung, die \u00fcberwiegend nur ungarisch spricht. Neben Englisch wird an vielen Schulen auch Deutsch als erste Fremdsprache gelehrt.<\/p>\n<p>Ungarn ist ein stark exportorientiertes Land. Nach einem Einbruch durch die Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 gingen 2018 Waren im Wert von rund 105 Mrd. Euro ins Ausland. Das entspricht 87% des BIP. Mehr als drei Viertel der Exporte gingen in die EU, allein \u00fcber ein Viertel nach Deutschland. Gleichzeitig kamen auch mehr als ein Viertel der Importwaren aus Deutschland. Damit stellt Deutschland mit Abstand den wichtigsten Handelspartner Ungarns dar.<\/p>\n<p><strong>Steuern und Recht<\/strong><\/p>\n<p>Die Regierung ist bem\u00fcht wirtschaftliche Prozesse zu vereinfachen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit sowohl kleiner als auch mittelst\u00e4ndischer und gro\u00dfer Unternehmen durch ein breites Spektrum verschiedener Investitionsanreize zu steigern. Investoren, die nach Ungarn kommen oder hier expandieren, stehen sowohl ru\u0308ckzahlungspflichtige als auch nicht ru\u0308ckzahlungspflichtige Subventionen zur Verfu\u0308gung. Diese werden entweder mit Mitteln der ungarischen Regierung gespeist oder stammen aus EU-Fonds. Bei der Bewilligung von F\u00f6rdergeldern ist aber fr\u00fchzeitig auf die Standortwahl zu achten. So besteht ein starkes Gef\u00e4lle zwischen dem weit entwickelten Westen und dem strukturschwachen Osten und S\u00fcden des Landes. In der wirtschaftlich st\u00e4rksten Region rund um die Hauptstadt Budapest werden kaum F\u00f6rdergelder bewilligt.<\/p>\n<p>Weitere Anreize lassen sich in puncto Steuern erkennen. So wurde die K\u00f6rperschaftssteuer im Jahr 2017 auf nunmehr nur noch 9% gesenkt, dem niedrigsten Wert in der EU. 2019 erfolgte eine weitere Entlastung der Arbeitgeber durch die Senkung der Arbeitgeberbeitr\u00e4ge zur Sozialversicherung auf 17,5%. Bis 2022 ist eine weitere Senkung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Generell kann das Arbeitsrecht in Ungarn als sehr arbeitgeberfreundlich angesehen werden. So bietet es einen angemessenen Schutz der Arbeitnehmerrechte erlaubt aber gleichzeitig ein hohes Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t. Das spiegelt sich unter anderem in der seit 2018 geltenden neuen Regelung bzgl. \u00dcberstunden wider. Die gesetzlich zul\u00e4ssige Anzahl an \u00dcberstunden wurde von 250 auf 400 ausgeweitet. Das Gesellschaftsrecht, sowie das ungarische BGB sind weitestgehend mit dem deutschen Recht vergleichbar.<\/p>\n<p><strong>Wirtschaftliche Situation und Arbeitskosten<\/strong><\/p>\n<p>Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 betrug 4,8%. Das BIP lag bei 13.528\u20ac, das entspricht 33,1% des deutschen Wertes. Die Arbeitslosenquote lag 2018 bei 3,8%.<\/p>\n<p>Die Arbeitskosten betragen im Durchschnitt nur rund ein Drittel bis ein Viertel des deutschen Niveaus. Sie sind allerdings stark von der jeweiligen Industrie, der Position und der geographischen Lage abh\u00e4ngig. Seit einigen Jahren ist ein starker Anstieg der Arbeitskosten zu beobachten. Das ist teilweise auf eine Steigerung der L\u00f6hne im \u00f6ffentlichen Sektor und eine Erh\u00f6hung des Mindestlohns, teils als Folge des Fachkr\u00e4ftemangels in verschiedenen Gebieten zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Im EU weiten Vergleich liegen die Arbeitskosten jedoch noch immer im unteren Viertel. Der Mindestlohn betrug 2019 149.000 HUF (etwa 450\u20ac) monatlich.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich festhalten, dass Ungarn als Investitionsstandort gerade f\u00fcr deutsche Unternehmen sehr interessant bleiben sollte.<\/p>\n<p><em>M\u00f6chten Sie\u00a0 in Ungarn investieren? Unsere Anwaltskanzlei in Budapest\u00a0<a href=\"http:\/\/anwaltinungarn.eu\/kontakt\/\">steht gern zu Ihrer Verf\u00fcgung<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>dr. Dobos Istv\u00e1n Rechtsanwalt (\u00fcgyv\u00e9d; Budapest) \/\u00a0Jesper Kranich [Universit\u00e4t Leipzig]<\/strong><\/p>\n<p>E:\u00a0<a href=\"mailto:office@doboskohidi.eu\">dobos@doboslegal.eu<\/a><\/p>\n<p>T:+3630 3088151<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr ausl\u00e4ndische Investoren engagieren sich in Ungarn, darunter auch viele deutsche und \u00f6sterreichische Unternehmen. In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass Ungarn deutlich mehr Investoren anzieht als andere L\u00e4nder der Region. Unter den rund 3000 deutschen Unternehmen die in Ungarn aktiv sind, finden sich neben gro\u00dfen Konzernen wie BMW, Allianz und der Rewe Group auch immer mehr mittelst\u00e4ndische und kleine Betriebe. 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